Was ist eigentlich Desinformation? Wie verbreitet sie sich und zeigt Wirkung in der Gesellschaft? Kann Künstliche Intelligenz bei ihrer Erkennung helfen? Und wie müsste eigentlich ein Dashboard aussehen, das Jugendliche dabei unterstützt diese Medienkompetenzen aufzubauen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Schüler*innen der Jahrgangsstufe 9 des Königin-Olga-Stifts in Stuttgart Ende Juni.
Den Auftakt bildete der Workshop „Desinformation: Wahrheit und Verantwortung im digitalen Raum“. Gemeinsam erarbeiteten die Schüler*innen, was Desinformation ausmacht, welche Formen der Informationsmanipulation es gibt und warum sich irreführende Inhalte in sozialen Medien besonders schnell verbreiten. Anhand aktueller Beispiele diskutierten sie die Rolle von Emotionen, Algorithmen und Künstlicher Intelligenz bei der Verbreitung manipulativer Inhalte und reflektierten die Auswirkungen von Desinformation auf die demokratische Meinungsbildung. In einer interaktiven Gruppenarbeit analysierten sie einen echten Social Media Beitrag aus unterschiedlichen Perspektiven – etwa als Nutzer*in, Jounalist*in, Plattformbetreiber*in oder Urheber*in – und setzten sich so mit den Mechanismen digitaler Informationsmanipulation auseinander.

Am zweiten Workshoptag stand die gemeinsame Gestaltung des DisCoBoards im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Prototyping: Wie baut man ein KI-Dashboard zu Desinformation?“ erhielten die Schüler*innen zunächst Einblicke in den Forschungsprozess eines partizipativen Design Science Projekts und die Idee hinter DisCoBoard. Zudem gab es eine Einführung ins Prototyping, sowie in die Grundlagen erklärbarer KI (Explainable AI), die Technologie hinter dem Dashboard. Anschließend wurden die Jugendlichen selbst zu Co-Designerinnen des Dashboards: In mehreren aufeinander aufbauenden Prototyping-Phasen sammelten sie Ideen, bewerteten mögliche Funktionen und entwickelten erste Prototypen aus Papier für das zukünftige Dashboard.
Die kreativen Ideen, kritischen Fragen und unterschiedlichen Perspektiven liefern dem Projekt wertvolle Einblicke in die Anforderungen von Jugendlichen an das Tool. Auf diesen Erfahrungswerten bauen wir in den folgenden Entwicklungsphasen weiter auf, um ein zielgruppengerechtes und effektives Angebot sicherzustellen.
Wir bedanken uns herzlich bei den Schüler*innen und Lehrkräften des Königin-Olga-Stifts für ihre engagierte Mitarbeit, den offenen Austausch und die inspirierende Zusammenarbeit!

